Werbung für das Schumannjahr
04.03.2010 5. Sitzung des Kultur-, Sozial, Sport- und Bildungsausschusses
Aus der NiederschriftStR Drechsel bedankt sich für den Hinweis von OB'in Dr. Findeiß auf das Robert-Schumann-Jahr in der letzten Stadtratssitzung. In der Freien Presse vom 07.01.2010 sei ein Artikel „Auf den Spuren eines Zwickauer Stadtkindes" erschienen. Robert Schumann finde sich zwar in vielen Veranstaltungen wieder, aber kaum im Stadtbild. Selbst in der Zwickau-Information gebe es keinen Hinweis auf das Robert-Schumann-Jahr. Er ist der Meinung, dass Zwickau hier eine große Möglichkeit verschenke, für Zwickau selbst und das Robert-Schumann-Jahr zu werben.
Deshalb stellt er folgende Frage: „Gibt es Ansätze oder überhaupt den Willen hier in Zwickau Weiterführendes zu machen? Wer wäre hierfür federführend? Gibt es einen Plan und wenn es einen gibt, was wäre evtl. angedacht?"
OB'in Dr. Findeiß sichert eine schriftliche Antwort zu. Vorab informiert sie, dass BM Meyer der Vorsitzende der Arbeitsgruppe sei. Vorige Woche sei der Bus mit Schumann-Werbung übergeben worden. Zeitnah werde eine weitere Straßenbahn beschriftet und auch die Werbung an Brücken gehe jetzt los. Weiterhin werde über die Aufsteller der Comedia-Concept geworben.
Antwort auf die Anfrage
Sehr geehrter Herr Stadtrat Drechsel,
in der Sitzung des Kultur-, Sozial-, Sport- und Bildungsauschusses am 04.03.2010 stellten Sie eine Anfrage bzgl. des Schumann-Jahres 2010. Insbesondere äußerten Sie die Ansicht, dass sich das Jubiläum im Stadtbild nicht widerspiegle, dass es selbst in der Touristinformation keinen Hinweis gäbe und dass Zwickau seine ermarktungsmöglichkeit verschenke.
Sie fragten dann konkret, ob es Ansätze oder überhaupt den Willen gäbe, hier in Zwickau Weiterführendes zu machen, wer hierfür federführend sei und ob es einen Plan gibt.
Die Stadtverwaltung ist sich nicht nur der großen Chancen bewusst, die das Schumannjahr 2010 mit sich bringt, und hat dementsprechend nicht nur frühzeitig Planungen getroffen.
Die Stadtverwaltung hat gemeinsam mit den maßgeblichen Akteuren sowie mit
Partnern bereits 2009 mit den Kommunikationsmaßnahmen begonnen. Diese umfassen
Maßnahmen in den Bereichen des Online-Marketings, der Pressearbeit, der Anzeigen sowie der Printmaterialien (z.B. Plakate, Flyer) und sonstige Maßnahmen, zu denen beispielsweise Messebeteiligungen gehören. Erarbeitet wurde diese Konzeption zunächst durch das Presse- und Oberbürgermeisterbüro, abgestimmt wurden die Maßnahmen schließlich insbesondere mit dem Kulturamt, der KULTOUR Z. sowie dem Robert- Schumann-Haus. Diese Einrichtungen setzen die Maßnahmen, die ich Ihnen nachfolgend exemplarisch skizziere, nun in enger Zusammenarbeit und in Kooperation mit weiteren Partnern zielgerichtet um.
Mit der Beteiligung an der Internationalen Tourismusbörse im März 2009 wurde gleichsam der Startschuss für die Bewerbung des Schumann-Jahres 2010 begonnen. Mit einem eigenen Messestand präsentierten wir das Schumann-Jahr sowie Zwickau erst vor wenigen Tagen auf der ITB 2010. Ebenso erfolgten Anzeigen beispielsweise in der Reisezeit im Erzgebirge, der offiziellen Gästezeitung des Tourismusverbandes, in Rondo, imKatalog von DerTour oder im Sachsen Magazin. Ein erster Flyer für das Festjahr, der unter anderem für den RDA in Köln genutzt wurde, lag im August vor, eine aktualisierte und erweiterte Fassung wurde pünktlich zum Jahresbeginn aufgelegt. Ebenfalls erfolgte die Schaltung von Bannern im Internet. Nicht zu vergessen ist die Überarbeitung des Corporate Designs, das über das Jubiläumsjahr hinaus Bestand haben wird.
Es würde sicher den Rahmen einer Anfragenbeantwortung sprengen, Ihnen alle uns bekannten Beiträge aufzulisten. Beispielhaft weise ich darauf hin, dass neben der regelmäßigen Berichterstattung in lokalen und regionalen Medien kürzere und längere Beiträge beispielsweise erschien in der Augsburger Allgemeinen, in der Celleschen Zeitung, in den Dresdener Neuesten Nachrichten, in Deutschlandradio Kultur, in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, im Fränkischen Tag, im Hofer Anzeiger, in der Leipziger Volkszeitung, im MDR, in der Neuen Westfälischen, in der Rheinischen Post, im SWR, in den Westfälischen Nachrichten oder im WDR. Crescendo urteilte dabei in seiner Ausgabe Dezember 2009/ Januar 2010 etwa: „Wenn im Schumannjahr 2010 die musikalische Welt einem der einflussreichsten romantischen Komponisten zum 200. Geburtstag huldigt, dann wird seine Geburtsstadt Zwickau das Zentrum der Feierlichkeiten sein." Und schon der Titel des in der Märkischen Oderzeitung am 13.02.2010 erschienenen umfangreichen Beitrags belegt exemplarisch, dass es auch gelingen könnte, Zwickau insgesamt zu vermarkten („Zwickau feiert das ganze Jahr den 200. Geburtstag Robert Schumanns, hat aber noch mehr als Musik zu bieten").
Bzgl. des Stadtbildes gilt es zunächst festzuhalten, dass es auch hier gilt, mit der erforderlichen Behutsamkeit vorzugehen. Es wäre aus unserer Sicht fatal, wenn durch eine zu offensive Werbung die Zwickauerinnen und Zwickauer noch vor dem Schumann-Fest des Jubiläumsjahres überdrüssig wären. Allerdings wurde bereits im Januar begonnen, Plakate in City-Fenstern und an Laternenmasten zu platzieren. Seit einigen Tagen können Sie Banner zudem an einzelnen Brücken sehen. Weitere deutliche visuelle Hinweise werden - soweit es die Witterung zulässt -in der Innenstadt bald folgen. Etwa 100 Großflächenplakate werden schließlich im Mai in Zwickau und weiteren sächsischen Städten die Bewerbung des Schumann-Festes weiterhin forcieren. Zudem werden ab dem Frühsommer unterschiedliche Veranstaltungen (Schumann-Geburtstag, MDR-Musiksommer, summer swing, Filmnächte, historisches Markttreiben) das öffentliche Leben prägen.
Falsch ist im übrigen, dass sich in der Touristinformation kein Hinweis auf das Schumann-Jahr befände. In der Einrichtung waren die entsprechenden Materialien stets erhältlich und werden - nach dem Umbau - auch wieder verfügbar sein. Die Touristinformation sowie die gesamte KULTOUR Z unterstützen aber auch mit weiteren Beiträgen die Bewerbung des Jubiläums, etwa durch die Organisation und Standbetreuung auf der bereits genannten ITB, durch die bereits erfolgte Gestaltung des Schaufensters, durch Beiträge in eigenen Publikationen oder durch ein entsprechendes Banner im Internet.
Mit freundlichen Grüßen
Dr. Pia Findeiß Mitzeichnung: Herr Merz
30.03.2010 - Antwort auf die Beantwortung der Anfrage
Sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin Dr. Findeiß,
sehr geehrter Herr Merz,
herzlichen Dank für die Beantwortung meiner Anfrage aus der öffentlichen Sitzung des Kultur-, Sozial-, Sport- und Bildungsausschusses vom 04.03.2010.
Kommunikationsmaßnahmen wie: Online-Marketings, Pressearbeit, Anzeigen, Printmaterialien (z.B. Plakate, Flyer) und Messebeteiligungen waren nicht Gegenstand der Anfrage.
Aus meiner Sicht ist das auch nicht zu hinterfragen, weil dort eine wirklich gute Vorbereitung und starke Aktivität deutlich wird, die ich anerkenne.
Kern der Anfrage war der Umstand, welcher im Artikel der FP beschrieben war.
Dazu verlas ich die Unterzeile der Überschrift.
„.... Der Musiker findet sich in vielen Veranstaltungen wieder - Aber kaum im Stadtbild"
Vor dem Tag der Anfrage, war im Stadtbild keine Werbung zum Schumannjahr 2010 zu finden. Auch nicht im Schaufenster der Zwickau-Information.
Ich argumentierte nicht nur, dass wir eine große Werbemöglichkeit für unsere Stadt vergeben sondern auch, dass wir ein trauriges Bild abgeben für Besucher, die anlässlich des Schumann-Jahres nach Zwickau kommen. Ebenso gegenüber den Akteuren der Veranstaltungen, wenn sich im Stadtbild das große Ereignis nicht entsprechend widerspiegelt.
Ihre Antwort auf mein Anliegen interpretiere ich wie folgt:
Gibt es den Willen, abgesehen von Internet und Printerzeugnissen - weitere Werbung für das Ereignis zu machen?
Antwort: JA
Wer hat das Thema WERBUNG federführend in der Hand?
Antwort: Das Presse- und Oberbürgermeisterbüro.
Gibt es ein Konzept?
Antwort: JA
Was ist eventuell noch geplant?
Antwort: Mit erforderlicher Behutsamkeit vorzugehen, damit nicht durch eine
zu offensive Werbung die Zwickauerinnen und Zwickauer vor dem Schumann-Fest des Jubiläumsjahres überdrüssig werden.
- Banner an einzelnen Brücken
- deutliche visuelle Hinweise in der Innenstadt
- ca. 100 Großflächenplakate
Die mir gegebene Antwort kann mich nicht befriedigen.
Das Antwortschreiben zu meiner Intension ist sehr unpräzise, wie z.B. an der Formulierung „deutliche visuelle Hinweise" erkennen ist. In welcher Form und Umfang diese Hinweise gegeben werden sollen, bleibt offen. "Banner an Brücken", kann ich bisher nur an "Glück-Auf- Brücke" als Hinweis zum Schumannfest feststellen.
Ich möchte darauf hinweisen, dass das Schumannfest ein Teil des Schumannjahres 2010 ist und nicht das Schumann-Jahr selbst.
Ich bin weiterhin der Überzeugung, dass bei der Werbung im Stadtbild nachgebessert werden könnte, weil hier verschenkte bzw. noch ungenutzte Potentiale stecken.
Die Hervorhebung der historischen Persönlichkeit Robert Schumanns im Stadtbild ist ein wichtiger
Teil, damit Zwickau stärker als bisher als Kulturstadt wahrgenommen wird und nebenbei die Identität der Zwickauer als Schumann-Städter sich festigt.
Zwickau muss den Trumpf als Wiegenstadt von Robert Schumann besser ausspielen.
Das Erscheinungsbild der Stadt zum Schumann-Jahr ist nach meiner Ansicht noch unbefriedigend.
Es sollte ernsthaft überlegt werden, das Stadtbild besser dem Schumann-Jahr anzupassen und somit Zwickau einen gewissen „Schumann-Charme" verleihen, ohne von Werbematerialien zugestellt zu wirken.
Es ist kein Problem, wenn dieser Teil der Stadtbildwerbung noch nicht so im Focus war.
Allerdings, es jetzt so hinzustellen, dass mit erforderlicher Behutsamkeit vorzugehen ist,
damit nicht durch eine zu offensive Werbung die Zwickauerinnen und Zwickauer vor dem Schumann-Fest des Jubiläumsjahres überdrüssig werden, überzeugt nicht.
Zumal bei der Antwort, Gäste und Akteure völlig ausgeblendet werden.
Zählt bei vielen Dingen „weniger ist mehr", so gilt es hier nicht. In einem Umkreis einer Stunde Fahrt leben ca. 3 Mio. Menschen. Täglich passieren etwa 21.000 Fahrzeuge die B93 im Stadtgebiet. Sie zu erreichen, ist verhältnismäßig einfach und kostengünstig und stellt damit eine wichtige Option für die Ausweitung von Zwickau als Touristenstadt dar. Es muss deutlich und überall ersichtlich vermittelt werden, warum es sich lohnt, hierher zu kommen. Und gerade in diesem Jahr besitzt die Stadt die einmalige Chance.
Sollte es an Anregungen fehlen, bin ich gern bereit Ideen einzubringen.
Im übrigen hat sich Zwickau dazu bekannt, dem Sohn dieser Stadt seine Reverenz zu erweisen und durch eine Bündelung der Aktivitäten zu größtmöglicher öffentlicher Wahrnehmung zu verhelfen.
Quelle
http://www.bonn.de/tourismus_kultur_sport_freizeit/topthemen/08797/index.html?lang=de
Unter Bonner Federführung schlossen sich auf Initiative des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien einige mit Robert Schumann verbundene Einrichtungen der Schumann-Städte Zwickau, Leipzig, Düsseldorf und Bonn mit dem Ziel zusammen, dem großen deutschen Komponisten (1810, Zwickau - 1856, Bonn) ihre Reverenz zu erweisen und durch eine Bündelung der Aktivitäten zu größtmöglicher öffentlicher Wahrnehmung zu verhelfen. In diesem Sinne wurden in der Zwischenzeit weitere Schumann-Städte - Wien, Baden-Baden, Heidelberg, Dresden - einbezogen.
Außerdem erinnere ich an meine Anfrage im ÄR.
Aus der N I E D E R S C H R I F T über die 4. Sitzung des Ältestenrates (09.11.2009)
StR Drechsel fragt, ob es bezüglich des Schumann-Jahres 2010 eine Koordination mit
Geschäftsleuten gebe. Herr Merz führt aus, dass es in dieser Richtung bereits
Überlegungen gebe.
Was aus den Überlegungen geworden ist, bleibt auch weiterhin im Dunklen.
Gern bin ich zu einem Gespräch in einer kompetenten Runde bereit.
Mit freundlichen Grüßen,
Tristan Drechsel
P.S. "Bachwerbung" am 23.03.2010 an der B93/Udestraße aufgenommen.
Haben auch wir in anderen Städten Großplakate?
Eine Reaktion oder Antwort gab es auf die Erwiderung bis heute nicht.



Tristan Drechsel